fragezeichen

Da meine Mutter nach Hameln fahren wollte, um Omas Blumen zu gießen, nahm ich diese Gelegenheit beim Schopf und ließ mich in der Stadt aussetzen um meine bestellten Bücher abzuholen. Um Punkt 17.00 Uhr traf ich mich mit meiner Mutter. Als ich ins Auto stieg, teilte sie mir mit, wir müssten noch einmal zu meiner Oma fahren.

Ich: ‚Wieso?‘

Mama: ‚Das Esszimmerfenster war offen. Da bin ich nicht rein, wenn da wer eingebrochen und noch drinne ist! Ich war nur kurz drinne und hab Omas Telefon geholt.‘

Ich: ‚Du bist trotzdem rein gegangen und hast das Telefon geholt?‘

Mama: ‚Ja, mein Handy war leer. Also hab ich das Telefon geholt, mich auf dem Hof im Auto eingeschlossen und Papa angerufen. Der kommt gleich und dann gehen wir da gemeinsam rein.‘

Meine Oma wohnt allein im Walde. Ihr Haus ist alt, brüchig und riesengroß. Während wir auf dem Hof im Auto auf Papa warteten,  mit verriegelten Türen, kam Mama auf eine sehr blöde Idee. Auf einmal drückte sie beide Hupknöpfe und ließ diese nicht mehr los. Meine Mutter hielt dies für eine effektive Methode, den Einbrecher damit in die Flucht zu schlagen. Ich erklärte ihr – als ich sie von der Hupaktion lösen konnte- das wir ihm die unsichtbare Flucht grade versperren, weil wir vorm Haus stehen und es kein Fenster und Ausgang außer sichtweite gibt uuuuund das garantiert dazu führt, wenn jemand da drinne wär, das er sich in irgendeiner Ecke des Kellers verstecken würde.

Als Papa endlich kam, durfte ich endlich aus dem Auto. Da meine Mutter uns so wild gemacht hat, der böse Einbrecher wäre gewiss bewaffnet, suchten wir uns etwas hartes aus, und da war Papa voll in seinem Element. Ich schnappte mir eine Schaufel. Papa ein dicken Holzstock, deren Ende etwas dreckig war.

Mama: ‚Schau doch mal, der ist doch total dreckig!‘

Papa: ‚Oh ja, stimmt, ich würd den armen Einbrecher dreckig machen. Ich werd mich danach gleich bei ihm entschulidgen! Und Kind, nimm die Schaufel andersrum, da kannste viel besser ausholen.‘

Im Garten angelangt, tauschte mein Vater seinen Stock, gegen einen großen, handlichen Stein, damit könne er ihn bewerfen. Während meine Mutter im Eingangsbereich panisch wartete, durchsuchten mein Vater und ich jeden Winkel des Hauses. Leider war keiner zufinden, den man hätte steinigen – oder die Schaufel über den Kopf ziehen – können. Deswegen argumentierte mein Vater, sein Kaffee zu Hause würde kalt und er wünsche uns noch viel Spaß beim Blumen gießen. Tja, da hatte meine Oma vor ihrer Abreise wohl vergessen das Fenster zu schließen…

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