Ich musste heute wieder in die Stadt. Nachhilfe geben und einige Dinge in der Stadt erledigen. Da mir Bus einfach zu teuer ist (pro Fahrt 2,15 €) hatte ich beschlossen den letzten Sonnenstrahlen mit dem Fahrrad entgegen zu fahren. Naja, in der Stadt gibt es diese tollen Wege, auf denen Fussgänger und Fahrradfahrer passieren dürfen. Mir kam eine ca. 55-60-jährige Frau, mit flottem, grauen Kurzhaarschnitt, Sonnenbankbräune, kurzen Rock und Stifeln (alles in rot und schwarz gehalten) entgegen. Ich defeniere dieses Erscheinungsbild als ‚Ich- gehe- super- gern- in- Discos- und- auf- Partys- und- wenn- mir- dann- ein- sturzbesoffener- Teenie- zwischen- die- Beine- kotzt, -weiß- ich, -dass- ich- noch- total- hip- bin‘-Typ. Problem war: Die Frau guckte lieber irgendwo anders hin, als nach vorne. Ich bremste leicht ab. Anhalten würde ich bestimmt nicht, schließlich hat sie sich falsch eingeordnet und geht in die verkehrte Richtung. Als ich ungefähr einen halben Meter vor ihr war, bemerkte sie mich. Die hervorquellenden Augen weiteten sich. Mit einem ‚Ach Gottchen‘ sprang sie zur Seite. Ich wich so gut es ging aus. Wenn ich nicht mit dem Lenken beschäftigt gewesen wäre, wäre ich wohl lachend – über diesen entsetzten Gesichtsausdruck- vom Fahrrad gekippt.

Nach dem ich Nachhilfe erteilt hatte, fuhr ich in die Stadt um meine Arbeitspläne zu holen. Es war ca. 16. 00 Uhr und ich hatte den ganzen Tag lang nichts gegessen. Ich holte mir 12-gepresste-Fleischhappen bei McDoof und pflanzte mich auf den Kirchplatz. Ich hörte lautes Gekreische und Geflenne. Ich drehte mich um. Eine Mutter kam mit ihrem ca. 5-jährigen Buben vorbei. Der junge verursachte den Lärm. Die Mutter interessierte es wenig. Der Junge schrie immer wieder ‚Ich will..bitte..ich möchte…BITTE!‘. Dazwischen ein gekreischtes Brüllen und ein tiefes Schluchsen. Das Kind sprang der Mutter in den Weg doch sie schubste es Weg. Boing! Gegen den Laternenmast. Die Mutter entschuldige sich und streichelte dem Kind den Kopf. Das Kind schlug die Mutter. Die Mutter wandte sich ab und ging zum Auto. Das Kind brüllte ununterbrochen wie eine Endlosschleife weiter und schmiss seine Tasche gegen ein anderes Auto. Die Mutter zerrte das Kind fort und forderte es auf, ins Auto zu steigen. Das Kind weigerte sich, schrie weiter und haute auf die Mutter. Die Mutter drohte bis drei… das Kind hing schreiend zwischen der Türangel. Die Mutter wartete einen Moment. Schlussendlich nahm die Mutter das Kind bei der Brust, drückte es in den Kindersitz und schnallte es an. Die Mutter verschwand mit auf dem Rücksitz. Kurze Zeit später kam sie raus, das Kind brüllte noch immer. Das war mal ‚Die super Nanny‘ live. Also wenn ich so ein Kind haben würde… ich weiß net was ich da tuen würde…grauenvoll. Aber so weiter machen würd ich auch nicht.

Naja…insgesamt bin ich heute 23 Kilometer geradelt! Das hält fit!

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